Grabenlose Direktverlegung von Produkt-
rohrleitungen und Pipelines.

Anforderung: Schnelle und unkomplizierte Pipelineverlegung
In der Vergangenheit wurden zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen entwickelt, um Rohrleitungen grabenlos im Boden zu verlegen und somit sensible Bereiche an der Oberfläche zu unterqueren. Geologische Randbedingungen, Zeit- und Kostenvorgaben sind die entscheidenden Auswahlkritierien für das optimal anzuwendende Verlegeverfahren. Beim unterirdischen Pipelinebau müssen Problemstellungen wie beispielsweise die eines geringen Platzbedarfes oder der Beseitigung möglicher Hindernisse schnell und kostengünstig gelöst werden können.
Lösung: Direct Pipe - in nur einem Schritt am Ziel
Das Verfahren Direct Pipe kombiniert Vorteile der etablierten Verlegeverfahren Microtunnelling und Horizontalbohrtechnik (HDD) und eröffnet damit neue Anwendungspotentiale.
In einem einzigen, kontinuierlichen Arbeitsschritt wird die grabenlose Verlegung eines vorgefertigten Rohrstranges und die gleichzeitige Erstellung des hierfür erforderlichen Bohrlochs ermöglicht.
Wie beim Rohrvortrieb erfolgt der Bodenabbau mittels einer Herrenknecht Microtunnelling-Vortriebsmaschine. Sie fördert den Abraum über einen Spülkreislauf über Tage und ist navigierbar. Die Vermessung der Position entlang der vorgegebenen Bohrtrasse erfolgt gemäß den gängigen und bewährten Techniken des gesteuerten Rohrvortriebs. Die für das Einschieben der Rohrleitung erforderliche Kraft übt eine neuartige Schubvorrichtung, der so genannte Pipe Thruster aus. Über den Rohrstrang wird die für den Bohrvorgang notwendige Anpresskraft auf den Bohrkopf übertragen.

Zusätzlich gefördert wurde die Entwicklung des Verfahrens und die Durchführung des Pilot-Projektes in Worms durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Förderkennzeichen 02WA0814).
Wirtschaftliche Vorteile von Direct Pipe:
- Einstufiges und damit schnelles Einbauverfahren für Produktrohrleitungen und Pipelines
- Koppelzeiten von Rohren (Microtunnelling) oder Bohrgestängen (HDD) entfallen
- Einbau eines vorgeschweißten und geprüften Rohrstangs möglich
- Kein aufwändiger Schachtbau notwendig sondern vereinfachte, oberflächige An- und Ausfahrgruben ausreichend
Technische Vorteile von Direct Pipe:
- Optimales Verfahren für Sea Outfalls mit Zugang von nur einer Seite
- Rückzugsmöglichkeit der Vortriebsmaschine samt Rohrstrang durch Pipe Thruster, bspw. zum Wechsel der Bohrwerkzeuge im nicht begehbaren Durchmesserbereich
- Auftretende Hindernisse werden durch Konusbrecher abgebaut
Anwendungsmöglichkeiten:
- Pipelineverlegung von Baugrube zu Baugrube
- Pipelineverlegung von Baugrube zu Schacht
- Pipelineverlegung von Baugrube zu Zielpunkt, bspw. Gewässerboden

Das Verfahren Direct Pipe wurde für den Hermes Award 2008 nominiert.
Interesse?
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