Kleine Bohrer bauen grosse Tunnel.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Microtunnelling-Anlagen haben sich wesentlich durch das Pipe-Arch-Verfahren erweitert, bei dem ein Rohrschirm hergestellt wird. Dabei wird der eigentliche Tunnel unter dem Schutz zuvor erstellter Rohrvortriebe bergmännisch ausgebrochen. Das Pipe-Arch-Verfahren stellt die sicherste und effizienteste Methode dar, um Tunnel mit großen Durchmessern über kurze Distanzen herzustellen.


Übliche Anwendungsbeispiele sind die Unterquerung von Bahnlinien oder der Bau neuer U-Bahnstationen. Dabei werden eine Vielzahl von Microtunnelling-Vortrieben ausgeführt, bei denen meist Stahlrohre vorgepresst werden, um eine Art "Schutzdach" um den späteren Tunnel herum zu schaffen. Dank eines raffinierten Klappmechanismus lässt sich die Maschine nach den kurzen Vortrieben in den Startschacht zurückziehen und kann den nächsten Tunnel von derselben Seite aus in Angriff nehmen.

Je nach Geologie können dann zusätzlich Vereisungsanlagen in den Stahlröhren installiert werden, die den Untergrund zu einem stabilen »Wasser-Boden-Mantel« gefrieren lassen. Derart geschützt kann der eigentliche Tunnel bergmännisch ausgebrochen und gesichert werden. Der Pressenrahmen kann je nach Projektanforderung auf einer horizontal und vertikal beweglichen Plattform befestigt werden, um die große Anzahl von Bohrungen zu erleichtern. Der Vorteil dieser Konstruktionsmethode besteht vor allem darin, dass der spätere Tunnel ohne Setzungen der Geologie ausgegraben werden kann. Höhenlageänderungen von Gleiskörpern werden somit vermieden.

 

ROM: ERFOLGREICHER DURCH-BRUCH AUF DER LINEA B1

Mit insgesamt 7 Herrenknecht-Tunnelbohrern läuft der Ausbau der Metro in Rom auf Hochtouren. Der EPB-Schild S-387 erreicht am 20. September 2010 erfolgreich den Zielschacht an der zukünftigen Station Bologna.

GRABENLOS AM BRANDENBURGER TOR.

Für den Bau der Metrostation "Brandenburger Tor" der U55 in Berlin bohren zwei Herrenknecht AVN1200TC dreißig Rohrstränge im Pipe-Arch-Verfahren. Mitte Februar 2007 ist das Werk 200 Meter vor dem Brandenburger Tor vollbracht. Im Schutz des 90 Meter langen Rohrschirms kann die Metrostation ausgebaut werden.