Hydraulische Förderung.

Ein Förderkreislauf für permanenten Abraumtransport.
Bei Vortrieben in sandigen und kiesigen (rolligen) Mischböden mit hoher Wasserdurchlässigkeit wird der Abraumtransport meist über ein hydraulisches Fördersystem bewältigt. Dazu wird entweder Wasser oder eine Bentonit-Suspension als Fördermedium eingesetzt. Das Fördermedium wird vom Startschacht aus mit einer oder mehreren Speisepumpen über die Speiseleitung der Tunnelbohrmaschine zur Ortsbrust gepumpt. Dort stabilisiert und stützt es die Ortsbrust und vermischt sich mit dem abgebauten Bodenmaterial.
Über die Förderleitung wird das Gemisch aus Boden und Fördermedium aus der Abbaukammer abgesaugt und bis in die Separationsanlage befördert. Um ein Verstopfen der Förderleitung zu verhindern, werden größere Gesteinsbrocken bzw. Findlinge durch Konusbrecher oder Crusher in der Arbeitskammer vor der Saugleitung zerkleinert. Ein Saugrechen vor dem Saugstutzen verhindert, dass zu große Teile angesaugt werden.
In der Separationsanlage wird das aufgeladene Fördermedium über Siebe, Zyklonen und wenn erforderlich auch über Zentrifugen wieder vom gelösten Boden getrennt. Durch effiziente Separierung kann ein hoher Anteil des Mediums aufbereitet und wieder in den Förderkreislauf zurückgeführt werden. In Böden mit hohen bindigen Anteilen kann Wasser als Fördermedium oft ausreichen. In Sand- und Kiesböden mit geringen oder gar keinen bindigen Bodenanteilen und relativ hoher innerer Reibungsverzahnung könnten sich jedoch größere Einzelteile am Boden der Leitung absetzen und diese verstopfen. Es wird deshalb bei dieser Art von Boden oft notwendig, die innere Reibung der Bodenkörner durch eine Suspension derart herab zu setzen, dass ein zusammenhängender Fluidstrom entsteht.
Daher kommt in solchen Böden Bentonit, ein Gemisch aus Quelltonmineralen und Wasser, zum Einsatz. Aufgrund seiner tixothropen Eigenschaften stabilisiert es zum einen die Ortsbrust beim Vortrieb. Zum anderen bewirkt es in der Fließbewegung eine ideale Verbindung mit dem abgebauten Boden, der dadurch materialschonend über die Förderleitung abtransportiert werden kann. Die Wahl des Fördermediums hängt prinzipiell jedoch von einer Vielzahl von einzelnen Faktoren ab und kann nicht verallgemeinert werden, weil sie stets projektspezifisch getroffen wird.
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