Alpenquerung: NEAT – die Neue Eisenbahn-Alpentransversale.

 

In der Schweiz entsteht eine zukunftsorientierte Flachbahn durch die Alpen, mit dem Gotthard-Basistunnel als Herzstück. Sie führt zu markanten Verbesserungen der Reise- und Transportmöglichkeiten im Herzen Europas.

80%

Die Alpen und damit vor allem auch die Schweiz haben im europäischen Transitverkehr eine Schlüsselfunktion. Rund 80 Prozent des Güterverkehrs zwischen Italien und den anderen EU-Ländern fließen über die Alpen, bisher zwei Drittel davon auf der Straße, vor allem über die Verkehrskorridore Brenner (Österreich), Fréjus und Mont Cenis (Frankreich) und Gotthard (Schweiz). Das europäische Verkehrskonzept soll insbesondere in den Alpen einen Teil des Straßenverkehrs auf die Schiene verlagern. Die Anrainerstaaten der Schweiz haben sich verpflichtet, leistungsfähige Schienenkorridore als Zulaufstrecken zum Gotthard einzurichten.

250 km/h

Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) macht den Hochgeschwindigkeitsverkehr in den Alpen möglich. Die Schiene wird eine Alternative zum Flugzeug, denn zukünftig fahren die Reisezüge mit 200 bis 250 km / h. Im Personenverkehr wird die Reisezeit mit dem Zimmerberg-Basistunnel, dem Gotthard-Basistunnel und dem Ceneri-Basistunnel zwischen Zürich und Mailand von 4 Stunden 10 Minuten auf 2 Stunden 40 Minuten reduziert. Ein transalpiner Abstecher zum Mittagessen wird möglich.

550 Meter

Der alpenquerende Straßenverkehr verdoppelt sich derzeit alle acht Jahre. Vor dem Gotthard-Straßentunnel ist ein kilometerlanger Stau längst Alltag. Daher soll vor allem der Güterverkehr auf die Schiene verlegt werden. Dank der beiden NEAT-Achsen am Gotthard und Lötschberg wird die Kapazität von heute 20 Millionen auf rund 50 Millionen Tonnen pro Jahr mehr als verdoppelt. Nicht nur die Frequenz der Züge wird sich erhöhen. Durch das Flachbahnkonzept können sie zudem wesentlich länger und doppelt so schwer sein (4.000 Tonnen statt der heutigen 2.000 Tonnen). Die heute auf den Steigungen notwendige Schiebelok wird der Vergangenheit angehören. Der neue Scheitelpunkt liegt mit 550 Metern ü. M. gleich hoch wie die Stadt Bern. Zum Vergleich: Der höchste Punkt der bestehenden Bergstrecke liegt auf 1.150 Metern ü. M. Der Weg durch die Schweiz wird also deutlich flacher und 40 Kilometer kürzer. Die Güterzüge werden bis 160 km / h schnell fahren – doppelt so schnell wie heute.

 

Weitere Informationen: AlpTransit

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