Glossar.
Abbauwerkzeuge dienen dem Lösen und Zerkleinern des abzubauenden Bodens an der Ortsbrust. Sie werden auf dem Bohrkopf befestigt. Art und Anzahl der verwendeten Werkzeuge richten sich nach der aufzufahrenden Geologie. Grundsätzlich wird zwischen Schälmessern und Schneidrollen (Disken) unterschieden.
Angetriebener Rührarm in der Schildsohle vor dem Saugstutzen zum Aufwirbeln der mit Bohrgut angereicherten Bentonitsuspension. Verhindert erfolgreich das Absetzen von Grund und das Verkleben von bindigen Böden (z. B. Lehm) im Schildsohlbereich vor dem Rechen und Saugstutzen.
Eigenangetriebenes Schneidrad im Zentrum des Hauptschneidrades. Unabhängige Drehzahl und Drehrichtung des aktiven Zentrumsschneiders. Verhindert Schneidradverklebungen durch erhöhte Umfangsgeschwindigkeit der Zentrumswerkzeuge.
Druckluft zum Betreiben von Druckluftverbrauchern wie z. B. Werkzeugen, Winden, Kranen, Pumpen.
Druckluft, durch erhöhten Reinigungsgrad aufbereitet bis zur Atemluftqualität. Wird benötigt in den Personenschleusen zum Einschleusen von Wartungspersonal in die Abbaukammer und für Wartungsarbeiten.
Beim Aufdoppeln erhält eine Micromaschine durch Anbringen eines zusätzlichen Schildmantels einen größeren Außendurchmesser. Sie kann somit i. d. R. den jeweiligen Standardrohrdurchmesser sowie die nächstgrößere Rohrdurchmesserstufe verbauen.
Automatische Vortriebsmaschine mit Bodenverdrängung. Bei dieser Verfahrenstechnik wird kein Boden abgebaut, sondern in das umgebende Erdreich verdrängt.
Automatische Vortriebsmaschine mit Nassförderung, auch Slurry-Schild genannt. Das abgebaute Material wird in der Abbaukammer an einen geschlossenen Spülförderkreislauf übergeben. An der Oberfläche wird das abgeförderte Material wieder von der Spülflüssigkeit getrennt (Separation).
Erweiterte AVN-Technik mit zusätzlicher Sicherheit für schwierige Geologien und größere Durchmesser. Steuerung des Stützdruckes über ein regelbares Druckluftpolster. Wird häufig auch als Mixschild oder Hydroschild bezeichnet.
Automatische Vortriebsmaschine mit pneumatischer Förderung. Das abgebaute Material wird nach dem Staubsaugerprinzip in entsprechende Saugwagen abgefördert.
Bezeichnung für Werkzeugbefestigung, die es erlaubt, Schneidwerkzeuge (Disken, Schälmesser) von einer geschützten Position aus zu wechseln.
Beschreibung der aufzufahrenden Geologie, klassifiziert durch Kennwerte und Eigenschaften mittels geologischer Gutachten. Das geologische Profil bildet zusammen mit der vorgefundenen Hydrologie (z. B. Grundwasserstand) die Grundlage für die Auswahl des Maschinentyps und der Verfahrenstechnik.
Stark quellfähiger Ton; gewonnen durch Abbau von natürlichen Lagerstätten. In der Tunnelvortriebstechnik bei Mixschilden verwendet als Bentonitsuspension; Transportmedium für Bohrgut im Förderkreislauf, als Stützmedium (thixotrope Flüssigkeit) für die Ortsbrust.
Unter der Berliner Bauweise versteht man die sternförmige Anordnung der Hausanschlüsse um einen Sammelschacht.
Allgemeiner Begriff für die Frischluftzufuhr und die Rückführung der verbrauchten Luft im Tunnel.
Beschreibt die Behandlung von Böden mit Zusatzmitteln wie Bentonit, Tensiden und Polymeren zur gezielten Änderung der Eigenschaften, z. B. Konsistenz. Findet im Tunnelbau insbesondere Anwendung in der EPB-Technologie.
Mit Disken bestückter, für den vollflächigen Felsabbau bestimmter Werkzeugträger bei Hartgesteinmaschinen. In kleinen Durchmessern werden teilweise scheibenförmige Bohrköpfe mit Materialbechern verwendet. Der Diskenwechsel erfolgt von vorne (Frontloading). In mittleren und großen Durchmessern werden vorzugsweise Trommelköpfe mit innenliegenden Materialkanälen eingesetzt. Dieser Bohrkopftyp ist mit Backloading-Disken bestückt.
Der Bypass ist ein Teil des Speise- und Förderkreislaufes. Durch Umschalten des Bypasses wird die Speiseleitung mit der Förderleitung verbunden. Hierdurch kann der Flüssigkeitskreislauf beim Stopp der TBM aufrechterhalten werden ohne die Ortsbrust auszuspülen. Häufiges Wiederanfahren des Flüssigkeitskreislaufes wird hierdurch stark reduziert.
Crushing Lining Machine. Dient der Erneuerung bestehender Rohrleitungen oder Aufweitung existierender Rohrleitungsdurchmesser. Während des Rohrvortriebs lenkt der Pilotkopf den Rohrstrang entlang der ursprünglichen Trasse. Der Bohrkopf baut dabei das alte Rohrleitungsmaterial ab (Crush-Lining-Verfahren).
LKW-Anhänger für mobiles HDD-Equipment. Die Arbeitsschritte Mischen, Pumpen, Recyceln sind so schnell einsatzbereit auf der Baustelle.
Erforderlich bei Langstreckenvortrieben. Zylindrische Stahlmäntel mit integrierten Hydraulikzylindern werden in definierten Abständen in den Rohrstrang eingebaut und dann in Betrieb genommen, wenn die zulässige Vorpresskraft an der Hauptpressenstation erreicht ist.
Verfahrenstechnik zum Abfördern des abgebauten Materials mittels Dickstoffpumpen (Kolbenpumpen). Vergleichbar mit der Betonpumptechnologie. Wird eingesetzt bei EPB-Maschinen.
Kolbenpumpe zur hubweisen Förderung dickflüssiger, breiartiger Medien, z. B. Verpressmörtel, Bentonit, konditioniertes Bohrgut usw.; kann auch eingeschränkt Körnungen im Fördergut verarbeiten. Geeignet für hohe Förderdrücke.
Das Herrenknecht-Verfahren ermöglicht in einem einzigen Arbeitsschritt die grabenlose Verlegung einer vorgefertigten Produktrohrleitung oder Pipeline und die gleichzeitige Erstellung des erforderlichen Bohrlochs. Der Bodenabbau erfolgt mit einer Vortriebsmaschine. Die Pipeline wird durch den Pipe Thruster vorgeschoben. Dadurch wird die für den Bohrvorgang erforderliche Anpresskraft auf den Bohrkopf übertragen.
Disken oder Schneidrollen sind rotierende, mit gehärteten Schneidringen versehene Hartgesteinwerkzeuge. Beim Vortrieb der Maschinen werden diese gegen den Fels gepresst und bewirken dadurch ein Herausbrechen von Gesteinschips.
Druckdichter Leitungsübergang von einem fest stehenden in ein rotierendes Bauteil. Meist benützt für mehrere Medien, z. B. Hydrauliköl für verschiedene Verbraucher, Bentonitsuspension oder Schaum. Die größten Drehdurchführungen an einer Vortriebsanlage befinden sich am Übergang vom Schild zum Schneidrad.
Physikalisch definierte Einheit; ergibt sich aus dem Produkt einer Kraft mit einer Hebelarmlänge.
Einrichtung zum Ein- bzw. Ausschleusen von Personen und/oder Material vom atmosphärischen zum mit Druckluft beaufschlagten Bereich eines Tunnelbauwerkes. Ermöglicht den Zugang zur Ortsbrust für Werkzeugwechsel oder Hindernisbeseitigung. Wird in der Regel im vorderen Teil der TBM eingebaut.
Easy Pipe ist ein neues Verfahren zur grabenlosen Verlegung von beispielsweise Druckrohrleitungen. Es kombiniert verfahrenstechnische Elemente des Rohrvortriebs und HDD. Mit einem Microtunnelling-Bohrkopf werden spezielle Vortiebsrohre vorgepresst. Im Zielschacht wird der Bohrkopf demontiert und das 1. Vortriebsrohr mit dem Produktrohrstrang (vollständig zusammengeschweißter Rohrstrang aus z.B. Stahlrohren, mit dem kein normaler Microtunnelling-Vortrieb möglich wäre) verbunden. Danach werden die Vortriebsrohre zusammen mit dem Produktrohrstrang mittels HDD-Technik zurückgezogen und am Startschacht einzeln demontiert.
Aktive Zieleinheit mit eingebautem zweiachsigem Inklinometer; reagiert auf auftreffenden Laserstrahl und liefert alle 0,5 s folgende Werte:
- Die aktuelle horizontale und vertikale Lage des Laserpunktes zum Nullpunkt des ELS (Zieltafelmitte);
- den Verrollungs-, Neigungs- und Gierwinkel (Ablenkwinkel zum Laserstrahl);
ELS wird fest in der TBM montiert, d. h. die aktuelle Lage und Höhe wie auch die Tendenzen der TBM werden erfasst; ELS ermöglicht die Datenkommunikation mit dem Steuer-PC.
Erddruckschilde oder EPB (Earth Pressure Balance Shild) sind in weichen Geologien in ihrem Element. Bindige und rollige Böden mit hohem Ton- oder Schluffanteil und geringer Wasserdurchlässigkeit, d. h. Böden von breiig-weicher Konsistenz, bieten ideale Voraussetzungen für den EPB-Vortrieb. Der vom Schneidrad gelöste Boden wird bei Bedarf mit Schauminjektionen knetbar gemacht und zur Stützung der Ortsbrust genutzt so kann auf sekundäre Stützmedien wie Druckluft oder Suspension verzichten werden. In der Regel ist aber eine Konditionierung des Bodens notwendig.
Universalbagger zum Teilflächenabbau. Kann je nach Bodenbeschaffenheit mit Abbauschaufel, Reißzahn, oder Hydraulikhammer bestückt werden.
Geologisches Hindernis (meist einzeln liegender großer Stein in sandigen oder tonigen Böden)
Der abgebaute Boden wird in der Abbaukammer mit Bentonitsuspension vermischt, die als Trägermedium für die hydraulische Förderung dient. Förderpumpen (Kreiselpumpen) transportieren das Gemisch in der Förderleitung zur Separationsanlage. Die separate Bentonitsuspension wird über die Speiseleitung dem Kreislauf wieder zugeführt.
Baugrund
Die geologischen Informationen über den Baugrund, klassifiziert mittels geologischer Gutachten, bilden zusammen mit den hydrologischen Gegebenheiten die Grundlage für die Planung und Ausführung von Tunnelbau- bzw. Rohrvortriebsprojekten. Anhand dieser Daten erfolgen die Auswahl des Maschinentyps und der Verfahrenstechnik.
Geothermie meint die Erdwärme, die die Erde in ihrem Inneren speichert und die als Energiequelle nutzbar gemacht werden kann. Als Teil der regenerativen Energien gewinnt sie zunehmend an Bedeutung, da die Wärme kontinuierlich zur Verfügung steht. Über Bohrungen in Tiefen bis zu 6.000 m kann Wärme gewonnen und zur Erzeugung von elektrischem Strom oder zur Kraft-Wärme-Koppelung genutzt werden. Oberflächennahe Bohrungen in bis zu 250 m Tiefe ermöglichen mit Hilfe eines Wärmepumpenkreislaufs die Beheizung und Kühlung von Gebäuden.
TBM mit einer Druckwand hinter der Abbaukammer. In der Abbaukammer kann bei Bedarf ein Überdruck aufgebaut werden, um den anstehenden Erddruck und/oder (Grund-) Wasserdruck zu kompensieren. Zu geschlossenen Tunnelvortriebsmaschinen zählen unter anderem AVN, AVND und EPB (EPB-Schild).
Wie der Name schon sagt, wird diese Tunnelbohrmaschine bei Hartgesteinprojekten verwendet wie beim Bau des Gotthard-Basistunnels in der Schweiz. Je nachdem, ob auf der Tunneltrasse solider Fels, brüchige Felsformationen, weiches Gestein oder wechselnde Gesteinsformationen angetroffen werden, kommen einfach oder doppelt verspannte Gripper-TBMs, Einfach- oder Doppelschild-Maschinen zum Einsatz.
Schneidradantrieb; meist ringförmiger, mittenfreier Antrieb für das Schneidrad bzw. den Bohrkopf der Vortriebsmaschine. Ein ringförmiges Großlager mit Innenverzahnung ist am Umfang mit mehreren Ritzeln versehen, die über Planetengetriebe hydraulisch oder elektrisch angetrieben werden. Durch die freie Mitte optimal einsetzbar in der Mixschildtechnologie.
Im Startschacht installierte Presseinrichtung, häufig auch als Pressenrahmen bezeichnet (Rohrvortrieb).
Herrenknecht Combined Shield. TBM, die zwischen verschiedenen grundsätzlichen Betriebsmodi wechseln kann, z. B. zwischen TBM- und EPB-Modus. So ist der Einsatz einer Maschine in sehr unterschiedlichen Geologien möglich.
Horizontal Directional Drilling: Mit der grabenlosen Horizontalbohrtechnik lassen sich Leitungen und Pipelines schnell, kostengünstig und umweltschonend unter der Erde und unter Wasser verlegen. So genannte Maxi- und Mega-Rigs sind vielseitig einsetzbare Spezialisten für überwiegend unterirdische Gas- und Ölpipelines und Kabelkanäle. Verlegt werden die Leitungen im HDD-Verfahren in drei Schritten. Zunächst erfolgt vom Angriffspunkt eine Pilotbohrung, dann die Aufweitung. Im dritten Arbeitsschritt werden die Rohrleitungen oder Kabelkanäle eingezogen.
Abbauwerkzeug in Form eines hydraulisch betriebenen Hammers für den Teilflächenabbau.
Die Hydrologie ist die Wissenschaft des Wassers. Sie beschäftigt sich mit der räumlichen und zeitlichen Verteilung des Wassers in der Erdatmosphäre. Auf wie unter der Erdoberfläche, sowie den damit zusammenhängenden biologischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften und Wirkungen des Wassers. Sie widmet sich den Zusammenhängen und Wechselwirkungen der unterschiedlichen Erscheinungsformen des Wassers, seinem Kreislauf, seiner Verteilung auf der Landoberfläche und deren Veränderungen durch anthropogene Beeinflussung.
Ermittelt die aktuellen Verrollungswinkel der Laserstation und übermittelt diese Daten über die Controller-Unit im Schaltschrank zum Steuerleit-PC.
Gewachsene Böden weisen in den seltensten Fällen alle Eigenschaften auf, die Voraussetzung für die Verwendung als Stützmedium bei EPB-Schilden sind. Der Boden muss deshalb in seinen Eigenschaften verändert werden. Die Konditionierung ist somit der Aufbereitungsprozess des anstehenden Bodens zu einem breiartigen Stützmedium. Konditionierung kann je nach Bodenart mit Zugabe von Wasser, Bentonit, Polymer oder Schaum erfolgen.
Kegelförmiger Teil einer TBM, der hinter dem Bohrkopf liegt und durch seine spezielle Form und Rotation größere Steine für den Abtransport zerkleinert.
In erster Linie charakterisiert durch die Verwendung von Dehnerstationen und die Möglichkeit zur Durchführung eines Werkzeugwechsels. Eine wichtige Funktion übernimmt dabei die Rohrschmierung.
Zum Einschleusen von Werkzeugen oder sonstigen Materialien ist auf der TBM eine Materialschleuse installiert. Um die Handhabung schwerer Gegenstände zu erleichtern, ist die Schleuse mit Verschiebewagen ausgerüstet, die auf Schienen fahren.
AVND
Mixschilde sind ein patentiertes Markenzeichen von Herrenknecht. Die flüssigkeitsgestützten Vortriebsmaschinen sind Spezialisten für vielschichtige, komplexe Geologien, insbesondere mit hohem Wasseranteil und hohen Wasserdrücken. Mit einer entsprechend modular aufgebauten Maschine kann der Beriebsmodus bei heterogenen Baugründen im Tunnel gewechselt werden. Das Prinzip des Hydroschildes ist die Ausgangsbasis des Mixschildes: Eine Bentonit-Suspension dient zur Stützung der Ortsbrust und gleichzeitig als Fördermedium. Die exakte Regulierung des Stützdrucks erfolgt dabei nicht direkt über den Suspensionsdruck, sondern über ein Luftpolster in der mit einer Tauchwand unterteilten Abbaukammer.
Geräteträger für die Versorgung der Vortriebsanlage, zur Entsorgung des abgebauten Bodens und zur Verlängerung der Tunnelleitungen.
TBM ohne Druckwand hinter der Abbaukammer. Offene Schilde werden i. d. R. nur oberhalb des Grundwasserspiegels eingesetzt. Zu den offenen TBM zählen unter anderem TBM und Teilschnittmaschinen.
Einschaliges Schachtausbauverfahren mittels Umsetzschalung, um parallel zur Schachtabsenkung gleichzeitig den Schachtendausbau fertig zu stellen. Die Umsetzschalung wird vor Ort (auf Baustelle) mit Beton befüllt und bildet nach dessen Aushärtung gemeinsam mit der Stahlarmierung den fertigen Schachtausbau. Aufgrund der Betonaushärtung ist der parallele Schachtvortrieb eingeschränkt.
Druckluftschleuse zum Einschleusen von Wartungspersonal für Schneidradkontrolle, Werkzeugwechsel und Bergung von Hindernissen.
Die Personenschleusen bestehen aus zwei Kammern (Vorkammer/Hauptkammer).
(engl. für Rohrschirm) Tunnelausbauverfahren für das Erstellen von Unterführungsbauwerken. Ein aus mehreren Rohrleitungen bestehender Rohrschirm dient als Trägerbauwerk. Damit können große Tunnelquerschnitte mit kleinen Längen, beispielsweise Fußgängerunterquerungen, gebaut werden.
Der Pipe Thruster ist ein Zusatzequipment für Horizontalbohranlagen, der vor allem bei sehr langen Querungen und großen Durchmessern die Einsatzmöglichkeit der HDD-Technik deutlich erweitert. Der Pipe Thruster wird am Zielschacht installiert. Während das HDD-Rig den Rohrstrang von der Startöffnung aus zurückzieht, bringt der Pipe Thruster zusätzlichen Schub, indem er die Pipeline schiebt. Die auf die Pipeline wirkenden Kräfte werden damit besser verteilt.
"Push and Pull Technology"; zweistufiges HDD-Verfahren unter Verwendung einer modifizierten Micromaschine.
Hohlraum zwischen Rohrstrang und umgebendem Erdreich, der durch den geringfügigen Überschnitt des Bohrkopfes gegenüber dem Rohrstrang ensteht.
Verfahren zur Reduzierung der Mantelreibung zwischen Rohrstrang und umgebendem Erdreich sowie zur Stützung des Ringspaltes mittels eingepresster Bentonitsuspension.
Vortriebsrohre werden einzeln in den Startschacht abgelassen und bilden nach dem Vorpressen durch die Hauptpressenstation zusammen den Rohrstrang.
Tunnelausbauverfahren zum Erstellen von Rohrleitungen aus einzelnen Produkt- oder Mantelrohren. Mittels einer Hauptpressenstation im Startschacht und ggf. unter Verwendung von Dehnerstationen werden die TBM und der dahinter liegende Rohrstrang bis zum Zielschacht vorgepresst.
Herrenknecht entwickelt, baut und vertreibt Bohranlagen zur maschinellen Herstellung von Schächten sowohl in harten und trockenen Geologien als auch unter Grundwasser. Solche Bauwerke können beispielsweise als Ziel- und Startschacht für Microtunnelling-Vortriebe, als Verbindungen zu bestehenden Kavernen oder Tunneln oder als Zugangsschächte genutzt werden.
Als Schälmesser werden spezielle, mit einer hartmetallbestückten Schneide versehene Abbauwerkzeuge bezeichnet. Sie werden in Schälmesserhalter verschraubt eingesetzt und können von hinten gewechselt werden. Schälmesser werden in Mischböden eingesetzt.
Äußerer Stahlmantel und zugleich Grundkonstruktion einer TBM. Dient als Schutz gegen das umgebende Erdreich und anstehendes (Grund-)Wasser. TBM ohne Schild (Gripper-TBM) werden nur im Festgestein verwendet.
Hinterer Teil des Schildes. Im Schutz des Schildschwanzes wird der Tübbingring gebaut.
Die Schildschwanzdichtung liegt auf der Außenkontur der Tübbinge auf und dichtet das Schild gegen den Ringraum ab.
Scheiben- oder speichenförmiger, vornehmlich mit Schälmessern bestückter, Werkzeugträger einer Vollschnittmaschine zum Abbau von Mischböden.
Der Schrämausleger ist hydraulisch 3-dimensional beweglich, kann somit die ganze zu bearbeitende Ortsbrust abfahren. Der Fräskopf, bestückt mit Spezialwerkzeugen, arbeitet in axialer Richtung und fördert dadurch das ausgebrochene Material direkt zum Fördersystem.
Tunnelausbauverfahren mit einzelnen Beton- oder Stahlfertigteilen. Die einzelnen Segmente werden vom Startschacht aus durch den fertig gestellten Bereich des Tunnels transportiert und direkt hinter der TBM zu geschlossenen Ringen verbunden. Die TBM verfügt über Vortriebspressen, die sich am zuletzt zusammengesetzten Ring abstützen. Keine Hauptpressenstation im Startschacht notwendig.
Verwendung von Absetzbecken oder Separationsanlagen zur Trennung des abgebauten Materials von der Spülflüssigkeit (AVN).
Sie dient der Trennung der Bestandteile Feststoff und Flüssigkeit, um zum einen das Trägermedium erneut dem Förderkeislauf zur Verfügung zu stellen und zum anderen den gewonnenen Feststoff deponierbar zu machen. Die Trennung der Feststoffpartikel von dem Trägermedium erfolgt bei einer Separationsanlage mehrstufig entsprechend den anfallenden Kornfraktionen des Lockergesteins. Sie basiert auf künstlich erzeugten Zentrifugalkräften.
Absenkungen der Geländeoberfläche aufgrund Auflockerung und Störung der natürlichen Lagerverhältnisse um den gebohrten Hohlraum herum (Spannungsumlagerung).
Einschaliges Schachtausbauverfahren mittels Fertigteilbetonsegmenten, um parallel zur Schachtabsenkung gleichzeitig den druckdichten Schachtendausbau fertigzustellen. Dichtheit des ausgebauten Schachtes, Qualität der Segmente sowie der zeitliche Aufwand der Fertigteilbauweise bilden die Grundlage für den gefordeten Schachtausbau.
Seismic Softground Probing:
Früherkennungssystem zum Entdecken verschiedener Findlinge. Es visualisiert dem Schildfahrer unter anderem Dichtekontraste, beispielsweise bei Findlingen in sandigen oder tonigen Böden, in einem Bereich von bis zu 40 Metern vor dem Schneidrad.
Beginn der Ausbauarbeiten eines Tunnels und Aufbau der Vortriebsanlage. Hier findet die Baustellenmontage der TBM meist auf einer Schildwiege statt. Die Maschine ist hier in der Startposition.
Bei Flüssigkeitsschilden vor Rechen und Saugstutzen der Förderleitung angeordneter Zerkleinerer von Blöcken und Steinen, um Verstopfen der Förderleitung zu verhindern.
Arbeitsort des Maschinenfahrers, entweder oberirdisch im Steuercontainer (bei Fernsteuerung) oder direkt in der Maschine.
Aufbau eines Überdruckes in der Abbaukammer zur Kompensation des anstehenden Erd- und/oder (Grund-)Wasserdruckes.
Stoffgemisch aus einer Flüssigkeit und einem darin fein verteilten Feststoff. Dient beim maschinellen Tunnelvortrieb als Stützmedium und/oder Spülflüssigkeit.
Bei diesem Abbauverfahren wird die Ortsbrust nicht vollflächig, sondern immer partiell bearbeitet.
Anhänger, der mit einer Zugmaschine verbunden werden kann und somit auf der Straße mobil ist. Dient als Rig für HDD-Equipment.
Bei Tübbingauskleidungen werden in Kreissegmente unterteilte Ringe, im allgemeinen im Schutz des Schildschwanzes, eingebaut. Die Auskleidungselemente, die sogenannten Tübbinge, werden vorgefertigt und zur Einbaustelle transportiert.
Fabrikationshalle zur Produktion der Tübbingauskleidung, häufig in Baustellennähe, um Transportwege zu verkürzen und eine reibungslose Versorgung mit Tübbingen zu gewährleisten.
Abstand zwischen der Oberkante der Rohrleitung und der Geländeoberfläche bzw. der über der Rohrleitung liegenden Gewässersohle. Häufig auch als Überlagerung bezeichnet.
Bemannte oder ferngesteuerte TBM zur Herstellung von Tunnelbauwerken mit Nennweiten bis 4,2 m.
System zur Ermittlung der TBM Positionskoordinaten. Zum Einsatz kommen durchmesserabhängig entweder Systeme mit Kreiselkompass (Intervallmessung) oder Lasertechnologie (permanente Messung).
Herrenknecht entwickelt, baut und vertreibt Tiefbohranlagen zum Abteufen von Bohrlöchern bis zu 6.000 m in die Erdkruste für geothermische und geowissenschaftliche Projekte.
Offene oder geschlossene TBM mit vollflächigem Materialabbau mittels rotierendem Bohrkopf.
I. d. R. normiertes, vorgefertigtes Rohr mit glatter, ebener Außenkontur. Wird in den Baugrund eingepresst.
Wechsel der Abbauwerkzeuge über den Zugang zur Ortsbrust
(Langstreckenvortrieb, Druckluftschleuse).
Bauwerk in Form eines Schachtes oder einer Grube, wo ein Vortrieb endet. Dient dem Bergen der Vortriebsmaschine.
Die elektronische Zieltafel dient zur Steuerung der Maschine. Mit ihren 4 Sensoren nimmt sie die Position des Laserstrahls auf und gibt die Werte an den Rechner im Steuerstand zurück. Dadurch ist die genaue Lage der Maschine immer überprüfbar.
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