In 20 Jahren über 1000 Microtunnelling-Anlagen verkauft. Herrenknecht Vortriebstechnik für Durchmesser bis 4,20 m weltweit führend.

Die Zeitrechnung des Geschäftsbereiches "Utility Tunnelling" beginnt vor knapp 20 Jahren. Nach der Devise "lieber klein anfangen und groß aufhören als umgekehrt", startet Herrenknecht 1986 mit der Markteinführung von "Microtunnelling"-Vortriebstechnik für nichtbegehbare Durchmesser. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und unterstützt mit Fördermitteln von 500.000 DM entwickelt Herrenknecht ein flüssigkeitsgestütztes Maschinensystem im Rohrvortrieb, das DN-500-Rohre in grundwasserhaltigen, europäischen Baugründen vortreiben kann. Der erste Prototyp der Slurry-Maschine kommt bei einem Stadtentwässerungsprojekt in Hamburg zur Anwendung.

Aus den gewonnenen Einsatzerfahrungen resultiert ein vereinfachtes Maschinenkonzept, das Jahr für Jahr in mehr und mehr Projekten Bauunternehmen und Bauherren überzeugt. Das Durchmesser-Programm wird ? angepasst an die Marktbedürfnisse - konsequent vergrößert und die sogannten AVN-Maschinen (?Automatischer Vortrieb Nass?) mausern sich europaweit zu einem Verkaufsschlager. Bis heute wurden über 500 Stück dieses Maschinentyps am Markt platziert.

Anfang der neunziger Jahre sind bis zu 70 Maschinen alleine in Deutschland auf Untergrundmission für den Bau von Abwasser- und Wasserprojekten. Legendär und bis heute einmalig ist der Vortrieb im ?Projekt Europipe?. In nur 100 Tagen und ohne das schützenswerte Biotop zu stören wird 1992 mit einer AVND 3000 ein 2,5 km langer Rohrstrang ohne Zwischenschacht unter das Wattenmeer verlegt. Dieser Rekord ist bis heute ungebrochen.

Mit fortlaufenden Verfahrensinnovationen und konsequentem Know-how-Transfer in lokale Märkte vergrößerte und internationalisierte Herrenknecht Schritt für Schritt sein Geschäft und die Anwendungen im maschinellen Utilitiy Tunnelling.

 

1990 bis 2000:

  • erfolgreiche Anwendung des Pipe-Arche-Verfahrens: Mit Hilfe eines Rohrschirms werden kurze, große Tunnelpassagen unter Eisenbahndämmen und Straßen gebaut.
  • Maschinen für reine Hartgestein-Vortriebe werden eingeführt.
  • mittenfreie Antriebe in der AVN1200T Serie ermöglichen Zugang zum Bohrkopf für Werkzeugwechsel bei langen Felsvortrieben.

 

2000 bis 2005:

  • Auffahren erster Langstrecken-Vortriebe im Pipe-Jacking-Verfahren für Flussquerungen von über 800 m.
  • Markteintritt mit schweren Horizontal Bohrgeräten mit Zugkräften bis 600 t Zugkraft zum verlaufsgesteuerten Verlegen von Öl- und Gaspipelines.
  • Entwicklung der EPB-Technik (Erddruckschilde) für kleinere Durchmesser (bis 1,40 m Maschinendurchmesser).
  • Implementierung von Schleusentechnik für hohe Drücke sowie Integration von komplexen Nachläuferinstallationen im Segmental-Lining-Verfahren bis 4,20 m
  • Entwicklung und Einsatz von Schachtabsenkanlagen, die Schächte mit Durchmessern von bis zu 12 m auch in Grundwasser maschinell vertikal abteufen.

Heute wird Herrenknecht Utility Tunnelling Equipment nahezu in jeder Region auf der Erdkugel angewendet. Die grabenlose Vortriebstechnik befindet sich weiter auf dem Vormarsch und macht ihre Vorzüge den konventionellen Bauweisen gegenüber immer deutlicher. Europa ist nach wie vor Herrenknechts Kernmarkt. Durch den Ausbau des weltweiten Service- und Vertriebsnetzes ist es dem Unternehmen in den vergangenen Jahren gelungen, in den Märkten im Nahen Osten, in den USA, Osteuropa und Asia-Pacific nachhaltig Fuß zu fassen.

Die starke Marktposition will Herrenknecht Utility Tunnelling künftig durch möglichst hohe zeitliche und räumliche Verfügbarkeiten im After-Sales-Service absichern. Was vor knapp 20 Jahren mit wenigen Angestellten begann, hat sich unter der Leitung des Vorstandes Werner Suhm zu einem wichtigen Standbein der Herrenknecht AG entwickelt.

"In den vergangenen 20 Jahren konnten wir gemeinsam mit unseren Kunden, Bauherren und ?planern sowie wissenschaftlichen Einrichtungen eine beeindruckende Technikentwicklung vorantreiben", zieht Werner Suhm Bilanz. "Auf dieser Basis können wir uns jetzt voll darauf konzentrieren, unserem Kunden einen noch umfassenderen Service und möglichst optimale projektspezifische Lösungen zu bieten. Wenn wir unseren Kunden die besseren Konzepte in Hinsicht auf Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Service ermöglichen, verschafft ihnen das den entscheidenden Vorsprung."

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