"Teamwork Tunnelling" auf der bauma 2004 - Herrenknecht AG zieht positive Messebilanz.

 Neuer und stark beachteter Bestandteil des Messeauftritts waren die Herrenknecht-Themen-Talks. Top-Experten und Branchenkenner analysierten und diskutierten an zwei Messetagen aktuelle Trends auf dem deutschen und europäischen Markt. Die zentralen Fragestellungen dieses Branchenforums lauteten "Mehr Leistung mit weniger Budget. Bleibt die Sicherheit auf der Strecke?" sowie "Verkehrsinfrastrukturen der Zukunft. Brauchen wir in Europa neue Ausschreibungs- und Partnerschaftsmodelle?". Klaus-Peter Siegloch (heute-journal/ZDF) moderierte die Herrenknecht-Themen-Talks.

Die Talkteilnehmer waren sich in einem Punkt einig - die Finanznot der öffentlichen Haushalte werde spürbare Folgen auf die Entwicklung der Infrastruktur haben - insbesondere in Deutschland. Albert Scheller, Leiter des Projektzentrums München 2/ DB Projektbau GmbH betonte, dass die vorhandenen Mittel zunächst in bereits laufende Projekte investiert werden müssen. Für neue Vorhaben bleibe wenig Spielraum.

Besser als jammern: innovative Lösungen suchen.


Prof. Dr. Lothar Späth, Aufsichtsratsvorsitzender der Herrenknecht AG, forderte die politischen Entscheidungsträger auf, anstatt zu jammern nach innovativen Lösungen zu suchen. Mittel zur Finanzierung von Infrastrukturen könnten durch eine mutigere Privatisierungspolitik erschlossen werden. Für private Investoren müssten verstärkt Anreize zur Beteiligung an öffentlichen Großprojekten geschaffen werden, beispielsweise durch Public-Privat-Partnership-Modelle.
Rolf Berger, technischer Geschäftsführer der ARGE 4. Röhre Elbtunnel, erläuterte das erfolgreiche Finanzierungsmodell der 4. Elbtunnelröhre. Private Geldgeber finanzierten das Projekt vor, das fast exakt zu den vorgegebenen Kosten gebaut werden konnte. Der Staat zahle nun die Investitionen nach der Fertigstellung des Tunnels zurück - zu einem extrem niedrigen Zinssatz.

Der Schweizer Peter Zbinden, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG, verwies auf das gesamteuropäische Problem, Steuermittel in viel zu geringem Umfang in langfristige Infrastrukturprojekte zu investieren. Er forderte in diesem Punkt ein generelles Umdenken der verantwortlichen Politiker, damit der Wirtschaftsstandort Europa im globalen Vergleich auch in der Zukunft wettbewerbsfähig bleibt.

Martin Bosshard, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Planungsbüros Basler&Hofmann, warnte davor, dass ein Projektstau zur Stagnation des Technik-Know-hows führen könne. Mit negativen Folgen für die Durchführung immer komplizierterer Infrastruktur und Tunnelprojekte. Der Bauherrenvertreter des Lötschberg-Basistunnels in der Schweiz, Peter Teuscher (Direktor der BLS AlpTransit AG), kritisierte überzogene Sicherheitsstandards. Sollen große Tunnelprojekte weiterhin finanzierbar bleiben, müssen Politik und Behörden realistische Sicherheitskonzepte genehmigen.

Infrastrukturprojekte dürfen nicht politischer Spielball werden.


Prof. Dr. Martin Ziegler (Vorsitzender der STUVA, RWTH Aachen) mahnte, wichtige Infrastrukturprojekte nicht zum Spielball politischer Interessen verkommen zu lassen. Dieses Verhalten gefährde die Planungssicherheit und treibe die Projektkosten in die Höhe. Über die beiden Themen-Talks hinaus bot Herrenknecht in der Kommunikations-Lounge aktuelle Einblicke in das Technik- und Projekt-Know-How aus den Unternehmensbereichen Utility Tunnelling (Maschinendurchmesser bis 4,20 m) und Traffic Tunnelling (Maschinendurchmesser ab 4,20 m) . Ein nonstop laufender Referenzloop informierte auf zwei Großleinwänden die Messebesucher über 50 Tunnelprojekte in nahezu allen Regionen der Welt, die mit Hightech-Produkten aus Schwanau realisiert werden und wurden. Projektleiter und -ingenieure standen live Rede und Antwort zu Projekt-Highlights in China,
der Schweiz, Spanien, Russland und im Mittleren Osten.

Full Service Tunnelling: Alles aus einer Hand.


Erstmals vorgestellt wurde das "Full-Service-Tunnelling"-Konzept von Herrenknecht. Es beinhaltet projektspezifische Servicepakete wie projektvorbereitende Engineering-Leistungen, globales Ersatzteilmanagement, Wartungs- und Reparaturdienste sowie Engineering- und Hardware-Leistungen der Herrenknecht-Beteiligungsgesellschaften.
Insgesamt kann die Herrenknecht AG eine sehr positive Bilanz nach Abschluss der bauma 2004 in München ziehen. So konnten im Geschäftsbereich Utility Tunnelling erfolgreich Vertragsabschlüsse platziert werden. Aufgrund des hohen Zustroms von Top-Entscheidern aus nahezu allen Regionen der Welt nutzte das Unternehmen die bauma 2004 erfolgreich
als Kontakt- und Imagebörse für künftige Projekte. Die nächste bauma findet in drei Jahren in der Zeit vom 23. bis 29. April 2007 in München statt.

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