Herrenknecht AG empfängt indonesischen Botschafter.
Schwanau, 15. April 2004 Zusammen mit der Universität Karlsruhe (TH) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) arbeitet die Herrenknecht AG derzeit an einem Forschungsprojekt an der Südküste der indonesischen Insel Java. Dort fehlt es der Bevölkerung an Wasser, obwohl es unterirdisch riesige Vorräte in mehr als 1000 Höhlen gibt. Noch fließt der Niederschlag in dem Karstgebiet ungehindert und ungenutzt über unterirdische Flusssysteme in den Ozean ab und kann nicht gespeichert werden. Das soll sich ändern. Mit Hilfe der neuentwickelten Herrenknecht Schachtbohranlage VSM 2500 soll bis Ende des Jahres 2004 ein 100m tiefer Schacht entstehen, der senkrecht bis zu einer Höhle gebaut wird. Durch die Errichtung eines unterirdischen Sperrbauwerkes soll das Wasser in dieser weitläufigen Höhle bis zu 15 m hoch gestaut werden. Mit einem Speichervolumen von 400 000 m³ Wasser können dann täglich rund 75 000 Menschen mit ausreichend Frischwasser versorgt werden. Bislang behilft sich die Bevölkerung noch mit unwirtschaftlichen und umweltbelastenden dieselbetriebenen Pumpsystemen, kann aber den Wasserbedarf der Haushalte und Landwirtschaft damit bei weitem nicht decken.
Das Institut für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik (IWK) der Universität Karlsruhe koordiniert das Verbundprojekt, das nicht nur die Wasserversorgung sichern, sondern auch die strukturelle Entwicklung der ganzen Region vorantreiben soll. Der indonesische Schirmherr Sri Sultan Hamengku Buwono X. (Gouverneur der Yogyakarta Special Province) besuchte die Herrenknecht AG bereits Anfang Dezember 2003.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt bis 2005. Das Pionierprojekt soll den Transfer von Wissenschaft und Technik nach Indonesien unterstützen und Wegbereiter sein für weitere Vorhaben in Regionen mit ähnlichen Randbedingungen.


