Finaler Durchschlag beim Dublin Port Tunnel. Der neue Straßentunnel soll die Innenstadt von Dublin um täglich 9.000 Lkw entlasten.
Zweidrittel des gesamten Hafenhandels von Irland wird über den Seehafen von Dublin abgewickelt. Dies führte in den vergangenen Jahren zu einem enormen Verkehrsaufkommen in der Innenstadt Dublins. Der Straßenverkehr stieg seit 1993 um 150 Prozent an. Der neue Dublin Port Tunnel soll die Lage erheblich entschärfen, da er den Zu- und Abgangsverkehr des Hafens direkt an das umliegende Schnellstraßen- und Autobahnsystem anbindet. Mit dem finalen Durchschlag der Herrenknecht Hartgestein-Maschine
S-193 (Ø 11.825 mm) Mitte August 2004 steht dem Endausbau und der Eröffnung des Tunnels Ende 2005 nichts mehr im Wege. Für den erfolgreichen Tunnelvortrieb bei diesem größten Verkehrsbauvorhaben Irlands sorgten zwei Herrenknecht-Maschinen. Geordert wurden die Maschinen vom japanischen Bauunternehmen Nishimatsu Construction.
In zwei Jahren Bauzeit sollten die beiden Tunnelbohrer einen leistungsfähigen Straßentunnel (2 Röhren mit je 2,5 km Gesamtlänge) zum Hafen von Dublin schaffen, der rund 20 m tief liegt. Bei dieser Untergrundmission leisteten die Herrenknecht Teilschnittmaschine S-194 (Ø 11,77 m) sowie die Herrenknecht Hartgestein-TBM S-193 unter der Führung des bauausführenden Unternehmens ganze Arbeit. Der Herrenknecht-Bühnenschild S-194 ging Mitte 2002 erstmals am Tunneleingangsportal "Whitehall" an den Start und schloss den Tunnelvortrieb des ersten Abschnitts (310 bzw. 318 m) im November 2003 ab. Der Hartgestein-Schild bohrte sich für den anschließenden, doppelröhrigen Tunnelabschnitt (jeweils ~ 2.250m) in einem geologisch anspruchsvolleren Baugrund (Kalkstein und Schiefer) voran. Die zweite Tunnelröhre wurde mit der Herrenknecht Hartgestein-TBM in der Zeit von Ende Oktober 2003 bis Mitte August 2004 bei besten Wochenleistungen von 91,8 m aufgefahren. Über 500.000 m3 Erdreich grub die TBM für beide Tunnelröhren aus dem Boden. Die Anlage für den schnellen Materialaustrag lieferte die Herrenknecht Tochtergesellschaft H + E Logistik GmbH in Bochum. Die Förderbandanlage bestand aus einer 2.8 km langen Tunnelbandanlage mit einer Förderleistung von 1000 t pro Stunde und einem Bandspeicher von 400 m Länge sowie zwei Vertikalförderern für Hubhöhen von 30 m.


